Sie sind hier:

Verbeamtung in Sachsen – ein schwieriges Thema …

Die Antwort auf den Lehrermangel lautet für einige Abgeordnete der CDU, die Kultusministerin und die Lehrerverbände im Beamtenbund: Verbeamtung. Auch die GEW weiß: Es wird kaum möglich sein, den Nachwuchs allein in Sachsen zu gewinnen. Im Gegenteil: Angesichts der Arbeitsbedingungen an den sächsischen Schulen sehen sich Lehrer*innen im Vorbereitungsdienst nach Perspektiven in anderen Ländern um und Absolventen aus anderen Bundes-ländern kommen kaum auf die Idee, sich im Freistaat zu bewerben. Auch die GEW organisiert verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer. Als bundesweit größte Lehrerorganisation setzt sie sich auch mit Beamtenstreiks für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen verbeamteter Lehrkräfte ein. In Sachsen ist die Verbeamtung der Lehrer*innen allerdings der falsche Weg.

Die GEW Sachsen ist nicht für Verbeamtung, weil 

  • die Mehrheit der jetzt Beschäftigten wegen der Altersgrenze für eine Verbeamtung überhaupt nicht in Frage kommt, 
  • die Verbeamtung für all die Beschäftigten unmöglich ist, die die formalen oder gesundheitlichen Bedingungen nicht erfüllen (können), 
  • verdeutlicht würde, dass das Nettoeinkommen von Lehrkräften nichts mit Leistung zu tun hat, sondern nur mit der Anzahl der verfügbaren Bewerber, 
  • die Bezahlung nicht nur gegenüber Lehrkräften in anderen Bundesländern ungerecht wäre, sondern auch gegenüber Kolleg*innen im Lehrerzimmer vor Ort, 
  • die bestehenden Ungerechtigkeiten zwischen den Schularten nicht abgebaut, sondern verfestigt würden, 
  • die Interessenvertretung der nicht verbeamteten Lehrerinnen und Lehrer geopfert würde, weil kollektiver Widerstand und Streiks ungleich schwerer wären, 
  • die Einzahlungen in den sog. Generationenfonds, den die Staatsregierung für künftige Pensionszahlungen angelegt hat, mit der Schaffung der dringend notwendigen zusätzlichen Lehrerstellen konkurrieren würde, 
  • die Lehrerschaft noch stärker gespalten würde, 
  • sichere und gut bezahlte Arbeitsplätze auch auf tarifvertraglichem Weg erreichbar sind, 
  • unser Ziel nicht die Privilegierung einiger, sondern attraktivere Arbeitsbedingungen für alle ist.