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MigrationKatastrophale Situation in griechischen Camps: Was tun?

Zu Hause bleiben – Händewaschen - Abstand halten. Diese drei Maximen wiederholen wir alle täglich und beachten sie gründlich, denn niemand will sich oder andere in Gefahr bringen. In den griechischen Lagern ist für die Geflüchteten daran nicht zu denken.

02.04.2020 - REFAMI (Referat Antidiskriminierung, Migration und Internationales)

Liebe Kolleg*innen!

Zu Hause bleiben – Händewaschen - Abstand halten. Diese drei Maximen wiederholen wir alle täglich und beachten sie gründlich, denn niemand will sich oder andere in Gefahr bringen.

In den griechischen Lagern ist für die Geflüchteten daran nicht zu denken. Die Menschen haben kein Zuhause und es gibt zu wenig Wasser. Im Camp Moria auf Lesbos leben über 20.000 Menschen auf engstem Raum, obwohl es nur Platz für 3000 gibt.

Aufgrund von Angriffen auf NGOs bei denen Rechtsradikale aus ganz Europa beteiligt waren, haben sich zudem wichtige Hilfsorganisationen zurückgezogen. Die gesetzliche Asylberatung kann von Griechenlands Behörden nicht mehr gewährleistet werden.

Die Situation ist für alle Menschen in den Lagern traumatisch. Für die Kinder - allein im Camp Moria sind es 7000 - ganz besonders. Der Beschluss des Koalitionsausschusses der Bundesregierung 400 Kinder aufzunehmen, ist kaum mehr als ein Hoffnungsschimmer gewesen. 

Sachsens MP Kretschmer hatte darauf erklärt, dass Sachsen nur 25 Kinder aufnehmen könne. Also nur so viele, wie Sachsen aufgrund des Königsteiner Schlüssels verpflichtet ist aufzunehmen. „Unser Herz ist groß, aber unsere Möglichkeiten sind begrenzt”, sagte der CDU-Politiker am 06.03. dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Die Initiative #Savethem des Dresdner Vereins Mission Lifeline e.V. hat dagegen gezeigt, dass viele Menschen diese Einschränkung der Solidarität nicht teilen. Binnen weniger Tage wurde Geld für fast zwei Charterflüge für Kinder aus Griechenland gespendet. Ein Flugzeug für die Evakuierung ist bereits gebucht, es fehlen einzig die Genehmigungen für Start und Landung.

Die Bildungsgewerkschaft GEW schließt sich der von Hilfsorganisationen gestellten Forderung an, die Lager sofort zu evakuieren, humanitäre Hilfe zu leisten und die Geflüchteten durch EU-Staaten aufzunehmen und verweist auf die bestehende Aufnahmebereitschaft von mittlerweile 141 Kommunen und Städten, die sich als sogenannte sichere Häfen in einem Bündnis zusammengeschlossen haben.

Wenn der Corona-Virus uns täglich deutlich macht, dass Krisen grenzenlos sind, dann darf Solidarität nicht an Grenzen enden, deswegen:

  1. Petition unterstützen: https://www.change.org/p/leavenoonebehind-jetzt-die-corona-katastrophe-verhindern-auch-an-den-au%C3%9Fengrenzen
  2. Genehmigung für Charterflug von Lesbos fordern: https://mission-lifeline.de/start-und-landeerlaubnis/
  3. den Kinderschutzbund zum Vorbild nehmen und Aufnahmebereitschaft erklären: https://www.kinderschutzbund-dresden.de/nachrichten/2675-pressemitteilung-kinder-aus-griechenland-holen/
  4. über weitere Aktionsmöglichkeiten informieren: https://cantwashmyhands.eu/

Meldet Euch, wenn Ihr weitere Vorschläge habt, um in Sachsen Öffentlichkeit und Solidarität zu organisieren.

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