GEW Sachsen
Du bist hier:

Wahlprogramm der GEW Sachsen zu den Personalratswahlen 2021 im kommunalen Bereich

Unter dem Motto: „Starker Rückhalt – gute Arbeit“ werden wir uns, wie bereits in den zurückliegenden drei Jahrzehnten, kompetent und engagiert für die Interessen aller Beschäftigten in den sächsischen Kommunen einsetzen.

Als Mitglieder der Bildungsgewerkschaft werden wir dabei im Besonderen die Arbeitsbedingungen der pädagogischen Fachkräfte in den Mittelpunkt stellen.

Die Personalräte der GEW können auf großartige Erfolge ihrer bisherigen Arbeit verweisen. Die Durchsetzung der Eingruppierung von Heilerziehungspfleger*innen in die Entgeltgruppe S 8a, die innerbetriebliche Begleitung der Umsetzung der Personalschlüsselverbesserung sowie die Umsetzung der Einführung der gesetzlich verankerten Vor- und Nachbereitungszeit sind jüngste Beispiele und  bestärken unsere Kolleginnen und Kollegen Personalräte in ihrem Engagement für die Beschäftigten nicht nachzulassen.

Ein zentrales Thema unserer Tätigkeit als Personalräte wird in der kommenden fünfjährigen Wahlperiode das Thema „Verbesserung des Gesundheitsschutzes“ für alle Beschäftigten sein. Unter den allgemeinen Bestimmungen und Einschränkungen der Pandemie sind hierbei die Überprüfungen und Anpassungen der Gefährdungsbeurteilungen jedes einzelnen Arbeitsplatzes wichtiger denn je.

Wir werden als energische Interessenvertretung der Beschäftigten in den Gesprächen mit den Arbeitgebern dafür sorgen, dass verbesserter Gesundheitsschutz nicht nur ausgedacht und niedergeschrieben, sondern auch umgesetzt wird.

Wer in Situationen kommt, dem Arbeitgeber gegenüber, seine Überlastung anzuzeigen, dem bieten wir Unterstützung und Aufklärung an. Bei der Gestaltung von betrieblichen Regelungen zur Individualisierung der persönlichen Arbeitszeit werden wir verstärkt darauf hinwirken, dass Flexibilität keine Einbahnstraße zu Gunsten der Arbeitgeber ist. Die Bedürfnisse der Beschäftigten und deren Eigenverantwortung bei der Einteilung und Gestaltung der Rahmenbedingungen für die Erbringung der arbeitsvertraglich geschuldeten Arbeitszeit müssen zukünftig mehr Berücksichtigung finden. Dafür stehen wir Personalräte der GEW.

In puncto Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist unser Ziel, dass Beschäftigte durch die Arbeitgeber mehr Unterstützung und mehr Mitspracherechte bekommen. Sei es durch flexiblere Regelungen zur Arbeitszeitgestaltung oder zum Beispiel auch durch die Schaffung von Möglichkeiten zur Gewährung von „Auszeiten“ (wie längerer zusammenhängend gewährter Urlaub, Sabbatzeiträume). Dabei ist es aus unserer Sicht unerheblich, ob daran interessierte Beschäftigte persönliche Zwänge oder Notlagen beispielsweise wegen Kinderbetreuung oder Pflegenotwendigkeiten für Familienangehörige vorweisen können.

In Bezug auf alternsgerechtes Arbeiten und die Erweiterung von Altersteilzeitregelungen, über die Regelungen der Tarifverträge hinaus, haben wir bereits konkrete Ideen. Diese wollen wir mit den Arbeitgebern diskutieren und idealerweise dann anschließend umzusetzen.

Dort wo es nötig ist, werden wir nichts unversucht lassen sogenannte „Flexible Arbeitsverträge“ und unsinnig befristete Arbeitsverträge abzulösen und durch gerechtere, unbefristete Verträge zu ersetzen.

Uns Mitgliedern der Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist die besondere Bedeutung der (Früh)kindlichen Bildungseinrichtungen allzeit bewusst.

Leider können wir den dort andauernden Fachkräftemangel nicht beheben. Es ist deshalb unsere besondere Aufgabe, alle übrigen Rahmenbedingungen in diesen Institutionen unaufhörlich zu verbessern. Deshalb werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, den gesetzlich vorgeschriebenen Personalschlüssel in der Kindertagesbetreuung möglichst zu verbessern und ehrlicher umzusetzen. Und bei der Berücksichtigung von Ausfallzeiten wie Urlaub, Krankheit und Fortbildung werden wir mit den Arbeitgebern Lösungsmöglichkeiten diskutieren.

Die nächsten Jahre wird das Thema „Digitalisierung“ auch uns als Personalräte vor besondere Herausforderungen stellen. Es wird notwendig werden dazu neue betriebliche Regelungen (z.B. zur Arbeitszeit oder zur technischen Umgestaltung und Ausstattung der Arbeitsplätze) mit den Arbeitgebern auszuhandeln. Das werden schwierige und nicht einfache Verhandlungen. Wir Personalräte der GEW sind bereit und werden uns als faire Interessenvertreter*innen auch dieser Aufgabe stellen.

Zurück zur Seite Personalratswahlen