GEW Sachsen
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Warnstreik an Grundschulen in Chemnitz, Dresden und Leipzig - GEW-Mitglieder setzen weiteres Zeichen zur Durchsetzung von Tarifverhandlungen

Am kommenden Mittwoch, dem 30. November, werden in Chemnitz, Leipzig und Dresden (sowie Radebeul, Radeburg und Moritzburg) Lehrkräfte an Grundschulen in einen Warnstreik treten. Die Bildungsgewerkschaft GEW hat ihre Mitglieder an den Grundschulen in den drei großen Städten aufgerufen, ihre Arbeit in den ersten drei Unterrichtsstunden niederzulegen. Anlass ist die nach wie vor hartnäckige Weigerung des Freistaates, Tarifverhandlungen zur Eingruppierung der durchweg nichtverbeamteten Lehrkräfte aufzunehmen.

28.11.2016

Uschi Kruse, Landesvorsitzende der GEW:

„Die Staatsregierung versucht die Personalprobleme im Schulbereich durch Einkommensverbesserungen für wenige Gruppen und individuelle Zulagen für einige Lehrkräfte zu lösen. Statt den Lehrerberuf in Sachsen insgesamt aufzuwerten, schafft sie neue Ungleichbehandlung und spaltet die Lehrerschaft noch stärker als bisher. So wird es nicht gelingen, den steigenden Lehrerbedarf zu decken und die Qualität der Schulen sicherzustellen. Die Kolleg*innen in den Schulen wollen klare, fair ausgehandelte und die sächsische Sondersituation beachtende tarifvertragliche Entgeltregelungen – statt Zulagen im Ermessen der Schulverwaltung. Sie haben es vor allem satt, sich wie Beamte behandeln zu lassen, obwohl sie keine Beamten sind und deshalb auch weit entfernt vom Nettoeinkommen und von der Altersversorgung ihrer verbeamteten Kollegen in anderen Bundesländern. Das vergessen auch einige CDU-Politiker in ihren öffentlichen Attacken auf die Lehrerschaft zu erwähnen.“

Nachdem die Staatsregierung angekündigt hat, ab 2017 die Grundeingruppierung der Oberschullehrer an die der Lehrer der anderen weiterführenden Schularten anzugleichen, sind die Grundschullehrkräfte nunmehr die einzigen, deren Arbeit tariflich niedriger bewertet wird. Neben der schlechtesten Bezahlung haben die Lehrer*innen an den Grundschulen weiterhin die höchste Unterrichtsverpflichtung- trotz der angekündigten Absenkung um eine Stunde. In den großen Städten kommen noch besonders schwierige Rahmenbedingungen durch stark wachsende Schülerzahlen, übervolle Klassen und hohe Ausbildungs- und Integrationsverpflichtungen hinzu.

„Entsprechend groß ist die Wut in den Lehrerzimmern der Grundschulen. Deshalb setzen nun auch unsere Kolleg*innen in den Grundschulen der drei großen Städte durch den Warnstreik am Mittwoch ein weiteres Zeichen für einen Tarifvertrag zur Lehrereingruppierung. Wir erwarten, dass sich ca. 300 Grundschulkolleg*innen beteiligen werden. Sollte der Freistaat weiterhin nicht bereit sein, eine gemeinsame Lösung am Verhandlungstisch zu suchen, werden wir über weitere Maßnahmen entscheiden“, so die GEW-Landesvorsitzende.

Die streikenden Grundschullehrer*innen werden sich am Streiktag jeweils von 07.30 bis 09.30 Uhr an folgenden Orten in die Streiklisten eintragen:

  • in Chemnitz im DGB-Haus, Jägerstraße 5-7
  • in Dresden im Gewerkschaftshaus, Schützenplatz 14
  • in Leipzig im Volkshaus, Karl-Liebknecht-Str. 32                     

Ansprechpartner in den Streiklokalen:

Chemnitz:        Herr Haase       0172/ 950 3299

                        Frau Haase       0178/ 54 24 785

Dresden:          Herr Thamm      0162/ 93 90 296
Leipzig:            Frau Falken      0177/ 58 31 881           

                        Frau Hartmann  0178/ 44 75 493