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CoronaNichts gelernt? Wer jetzt schneller öffnet, muss später länger schließen

GEW Sachsen zur Öffnung von Grundschulen und Kitas

10.02.2021

Leipzig - Zur angekündigten Öffnung von Kitas, Grundschulen und Teilen der Förderschulen in Sachsen ab 15. Februar erklärt Uschi Kruse, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW Sachsen:

„Es ist schon erstaunlich, dass der Freistaat wieder einmal vor der Bund-Länder-Runde seinen kompletten Plan festlegt und damit grundlos vorprescht. Dabei ist Sachsen noch immer eines der Bundesländer mit der höchsten 7-Tage-Inzidenz.”

Die GEW Sachsen fordert ein bundeseinheitliches und vorsichtigeres Vorgehen bei möglichen Öffnungsschritten. Kruse ergänzt:

„Sachsen versucht sich erneut ein Siegertreppchen beim Öffnungswettbewerb zu sichern und verharmlost dabei die Folgen für die Betroffenen. Zudem steht die Gefahr einer 3. Infektionswelle praktisch vor der Tür. Die Lehre aus den vergangenen Monaten muss doch langsam klar sein: Wer eher öffnet, muss auch deutlich schneller wieder schließen. In einem solchen Fall wäre auch der dringend erforderliche Notdienst nicht aufrechtzuerhalten. Drückt man die Infektionszahlen über wenige Wochen nachhaltig weiter nach unten, kann man die Einrichtungen länger und kontinuierlicher offen halten. Das wäre ein Gewinn für alle Beteiligten und ist angesichts der Unklarheiten im Hinblick auf Virusmutationen auch dringend erforderlich! Statt nutzlos zu appellieren, sollte die Regierung selbst auf die Appelle der Wissenschaft hören. Schulen und Kitas sollten erst wieder bei einer 7-Tage-Inzidenz von unter 50 im jeweiligen Landkreis öffnen.”

Die GEW Sachsen rechnet damit, dass die meisten Eltern das Angebot geöffneter Kitas, Grundschulen und Primarstufen der Förderschulen nutzen werden.

„Die Umsetzung von Schutzmaßnahmen, wie Abstand und die strikte Trennung von Klassen bzw. Gruppen, ist gerade bei kleineren Kindern und angesichts der Personalknappheit schwierig bis unmöglich. Zudem soll die Öffnung nun ausgerechnet in der Erkältungssaison erfolgen. Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, die bereits in der Notbetreuung und mit dem Fernunterricht eine große Leistung erbringen, fühlen sich verheizt. Bildung wird von Erzieherinnen und Erziehern und von Lehrerinnen und Lehrern gestaltet. Sie gelingt nur, wenn diese Beschäftigten ausreichend geschützt sind und sicher arbeiten können. Da hilft auch die Momentaufnahme durch einmalige Testung zum Beginn nichts. Dass es seit 10 Monaten nicht gelingt, den Infektionsschutz in Kindertageseinrichtungen landesweit durch anlasslose Tests abzusichern, ist ohnehin ein unerträglicher Skandal”, ergänzt Uschi Kruse.