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Modernes Sklaventum an Hochschulen abschaffen

Studie belegt erneut schlimme Missachtung von Arbeitnehmerrechten

21.05.2014

Die am Mittwoch vom StuRa der TU Dresden und der DGB-Jugend veröffentlichte Studie „Beschäftigungsbedingungen von studentischen Hilfskräften an der Technischen Universität Dresden“ bestätigt am Beispiel dieser Universität erneut eindrucksvoll die Missstände der Personalführung an Hochschulen. Die Bandbreite reicht von unpünktlicher Vertragsunterzeichnung bei knapp 50% der Befragten über die Länge der Verträge - 70% der Befragten hatte Verträge zwischen 3-6 Monaten - bis hin zu Einsätzen als Verwaltungskraft - 22% der Befragten - die eigentlich durch sozialversicherungspflichtig Beschäftigte auszufüllen wären.
"Schlimmer noch wiegt die Tatsache, dass den Studierenden grundlegende Rechte wie Urlaubsanspruch oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zum Großteil nicht bekannt sind und sie nicht über diese Rechte informiert werden", so Marco Unger, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW-Sachsen für den Hochschulbereich, und weiter: "Die GEW fordert seit Jahren die Aufnahme der studentischen Hilfskräfte in den Tarifvertrag der Länder, damit solche Bedingungen ein Ende haben - die Politik kann anhand dieser Ergebnisse die Augen nicht mehr verschließen und muss diese Forderung endlich erfüllen!"
Ende vergangener Woche verabschiedete die Hochschulrektorenkonferenz Empfehlungen an ihre Mitgliedshochschulen zum Umgang mit Nachwuchswissenschaftlern. Ausgehend von den Ergebnissen der Studie, wie auch den erschreckenden Zahlen zum Anteil befristeter Beschäftigter im Hochschulbereich (Sächsischen Landtag, Kleine Anfragen 5/5345, 5/11234 i.V. mit 5/11468, 5/11262) müssen die Hochschulen sofort handeln. Die GEW hat mit dem Templiner Manifest und dem Herrschinger Kodex praktikable und sofort umsetzbare Lösungen vorgelegt.
"Ein Abwälzen der Schuld zwischen Politik und Hochschulen muss ein Ende haben, sowohl die Hochschulen als auch die Landespolitik sind gefragt, zügig alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Befristungswahnsinn zu stoppen", fordert Torsten Steidten, Vorsitzender des Bereichs Hochschule und Forschung der GEW Sachsen, und ergänzt "wir werden den Hochschulleitungen und dem Ministerium diese Lösungsvorschläge noch einmal zuschicken, Ausreden gibt es nun keine mehr."