GEW Sachsen
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Masterplätze für alle

Hochschulkapazitäten dürfen nicht zum Spielball politischer Interessen werden!

24.11.2016

Der Landesausschuss der Studentinnen und Studenten in der Gewerkschaft Erziehung und
Wissenschaft Sachsen (GEW-LASS) und der GEW-Kreisverband Hochschule und Forschung
Chemnitz unterstützen die Forderung der Studentinnen und Studenten der Psychologie an der TU
Chemnitz nach einer dauerhaften Wiederaufstockung der Studienplätze. Zum nun laufenden
Studienjahr wurde die Kapazität des Masterstudiengangs Psychologie an der TU Chemnitz von 90
auf 60 Studienplätze reduziert. Unter dem Druck der angelaufenen Proteste kündigte das Rektorat
gestern in einem offenen Brief zwar eine zeitweise Wiederaufstockung für die kommenden 2 Jahre
an, eine dauerhafte Lösung ist dies jedoch nicht.
„Durch die Reduzierung der Studienplätze wird zukünftig noch mehr Studierwilligen das Erlangen
ihres Berufszieles verwehrt bleiben. Darüber hinaus deckt die Anzahl der Absolventinnen und
Absolventen im Fach Psychologie schon jetzt kaum den Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich.
Eine Kapazitätsverringerung ist daher nicht hinnehmbar!“ schätzt Bernd Hahn, Sprecher des LASS
der GEW Sachsen, die Situation ein.
Durch die aktuell regierende große Koalition wird eine allgemeine Reduktion der an sächsischen
Hochschulen zur Verfügung stehenden Studienplätze um ca. 10% nach 2020 angestrebt. Die TU
Chemnitz hat mit der Verknappung der Studienplätze im ohnehin schon überdurchschnittlich
nachgefragten Fach Psychologie auf diese Forderung reagiert. Der Wunsch der
Regierungskoalition nach einer Reduzierung der Studienplätze in Sachsen widerspricht dem
andauernd hohen Stand der Studierwilligkeit in Deutschland. Schon jetzt gibt es in vielen Fächern
Zulassungsbeschränkungen. Diese sorgen dafür, dass jungen Menschen der angestrebte
Studienabschluss und damit auch der spätere Beruf verwehrt bleiben.
„Am Beispiel der Psychologie in Chemnitz zeigt sich nun wieder einmal, wie sich die jahrelange
Sparpolitik der grundsätzlich CDU-geführten Landespolitik negativ auf die Bildung in Sachsen
auswirkt. Auch die in den aktuellen Haushaltsverhandlungen erreichten Verbesserungen im
Bildungsbereich insgesamt können nur wenig der Einsparungen und Versäumnisse der letzten
20 Jahre wettmachen. Was wir nun brauchen, sind dauerhafte Investitionen in die Schulen und
Hochschulen Sachsens!“ fordert Bernd Hahn die Landesregierung zum Handeln auf.