GEW Sachsen
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SozialindexKitas und Schulen mit besonderen Herausforderungen gezielt unterstützen

Die GEW Sachsen begrüßt die Einführung eines Sozialindex an Sachsens Kitas und Schulen.

22.07.2021

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt die Abkehr des sächsischen Sonderweges in der Bildungspolitik, Schulen und Kindertageseinrichtungen mit besonderen Herausforderungen keine gezielte Unterstützung zukommen zu lassen. Mit der Einführung des Sozialindex ab August 2022 werden standortbedingte Nachteile ausgeglichen, Kinder und Jugendliche gestärkt und die Kolleginnen und Kollegen vor Ort entlastet. 

Uschi Kruse, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW:

„Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass entgegen der bisherigen Beteuerung des Kultusministeriums Kitas und Schulen eben nicht an allen Standorten mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. In Stadtvierteln mit günstigen Mieten ist die Erwerbslosigkeit, der Anteil an Alleinerziehenden oder geflüchteten Familien deutlich höher als in anderen Wohnquartieren. Die Schulen und Kindertageseinrichtungen in diesen Gebieten haben einen ungleich größeren Aufwand mit Sprachförderung, Differenzierung, Elternarbeit und Inklusion zu bewältigen, was für die Lehrkräfte und pädagogischen Fachkräfte eine hohe Mehrbelastung ist.“

Als Folge dieser Mehrbelastung meiden Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte häufig diese Standorte, was die Situation zumeist noch verschärft.

„Wenn Kitas und Schulen mit besonderen sozialen Herausforderungen eine zusätzliche Unterstützung erhalten, ist dies ein wichtiger Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche“, so Kruse abschließend.