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CoronaGEW Sachsen fordert deutlich mehr Unterstützung für Lehrkräfte bei Bewältigung der Lerndefizite

Die GEW Sachsen begrüßt, dass das Kultusministerium nunmehr einen „Plan zur Bewältigung von Lerndefiziten” vorgelegt hat. Die Maßnahmen - so auch die perspektivische Kürzung von Lehrplänen - sind richtig, sie greifen aber zu kurz.

19.04.2021

Ohne die Bereitschaft, zur Bewältigung der Pandemiefolgen an den Bildungseinrichtungen auch deutlich mehr Geld in die Hand zu nehmen, werden negative mittel- und langfristigen Auswirkungen für viele Kinder und Jugendliche kaum zu vermeiden sein. Die Lehrkräfte benötigen mehr denn je Unterstützung, um die aktuellen Herausforderungen zu stemmen. Neben groß angelegten Unterstützungsprogrammen und einer besseren digitalen Ausstattung ist es notwendig, mehr Personalstellen für Lehrerinnen und Lehrer, Assistenzkräfte, Schulpsychologie und Schulsozialarbeit einzuplanen. 

Uschi Kruse, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW: „Die Situation stellt sich für die einzelnen Schülerinnen und Schüler sehr unterschiedlich dar. Sie hängt von der Breitbandabdeckung, von der Dauer einschränkender Maßnahmen, von der Klassenstufe, von den Ressourcen und Unterstützungsmöglichkeiten der Familie, von Deutsch als Familiensprache, von der IT-Kompetenz der Kinder und Jugendlichen, von Realisierbarkeit des Fernunterrichts zuhause und anderem ab. Die bisherigen Pläne des Kultusministeriums werden der Dimension dieser Herausforderungen nicht ausreichend gerecht. Sie gehen davon aus, dass die Lehrkräfte das enorme Maß an entstandener Heterogenität ohne zusätzliche personelle Unterstützung bewältigen.“

Zur Situation an den Schulen ergänzt Uschi Kruse: „Die personelle Ausstattung der Schulen war wegen fehlender Lehrkräfte schon vor der Pandemie nicht geeignet, Kinder und Jugendliche angemessen zu fördern. Nun kommt die Lösung der entstandenen Probleme noch oben drauf, ohne dass die Klassen kleiner werden oder dass Klassen- und Schulleitungen ausreichend Zeit eingeräumt wird, um Eltern sowie Schülerinnen und Schüler individuell zu beraten. Das auf Bundesebene diskutierte Förderprogramm lässt auf sich warten und selbst wenn es endlich das Licht der Welt erblickt, wird es an der einzelnen Schule zielgerichtet koordiniert werden müssen.”

Bereits in den Landtagsanhörung am 25. Januar 2021 und am 12. April 2021 hat die GEW Sachsen den notwendigen Unterstützungsbedarf deutlich gemacht. Dazu Uschi Kruse: „Bei den weiteren Beratungen des Doppelhaushaltes im Landtag wird sich zeigen, wie ernst der Freistaat die Bewältigung der Corona-Folgen bei Kindern und Jugendlichen nimmt. Ohne ernsthafte Anstrengungen für mehr Geld in der Bildung werden sie einmal mehr zu Opfern des Virus.“