GEW Sachsen
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Equal Pay endlich auch für Grundschullehrer*innen!

13.11.2017

GEW Sachsen beteiligt sich an bundesweiter GEW-Kampagne „JA 13!“

Bekämpfung des Lehrermangels ist ein Thema, das inzwischen in allen Bundesländern auf der Tagesordnung steht. Die politischen „Konzepte“ dagegen sind vielfältig und in der Regel eher kurzsichtig. Die Kultusministerien der Bundesländer scheuen sich vor allem davor, ihre gewohnten Strukturen im Schulbereich in Frage zu stellen und mutige Schritte der Veränderung zu gehen.

Ein wichtiges Thema dabei ist die Aufwertung des Lehrerberufes insgesamt und die Überwindung der Ungleichbehandlung der Lehrkräfte in den vielfältigen Schularten, die das gegliederte Schulsystem in den 16 Bundesländern inzwischen hervorgebracht hat. Nachdem in den letzten Jahren auf Druck der GEW in den meisten Bundesländern eine bessere Bezahlung der Lehrkräfte in der Sekundarstufe I erreicht werden konnte, ist nunmehr dieser Schritt auch für die Grundschullehrkräfte mehr als überfällig.

In Berlin hat begonnen, was bundesweit Realität werden soll: Die gleiche Bezahlung der voll ausgebildeten Lehrkräfte aller Schularten und -stufen. Trotz mehrerer unterstützender Gutachten weigern sich die meisten Landesregierungen noch, die Eingruppierung bzw. Besoldung der Grundschullehrkräfte ebenfalls auf E 13 / A 13 anzuheben.

Die GEW hat deshalb eine bundesweite Kampagne unter den Motto „JA13 – weil Grundschullehrerinnen es verdienen!“ gestartet. Nach 2016 plant die GEW ab dem 12. November nunmehr einen weiteren JA13-Aktionsschwerpunkt, an dem sich auch die GEW Sachsen mit mehreren Aktionen beteiligen wird.

Im Vergleich zu ihren Kollegen an den weiterführenden Schulen arbeiten die Grundschullehrer*innen – bezogen auf das Jahreseinkommen - ab Mitte November de facto unbezahlt – deshalb finden in diesem Zeitraum bundesweit vielfältige „Equal Pay Days“ der Grundschullehrkräfte statt.

Uschi Kruse, GEW-Landesvorsitzende:

„Wer der desaströsen Personalsituation in Sachsen etwas entgegensetzen will, kommt an der Aufwertung des Lehrerberufes nicht vorbei. Es ist besonders ungerecht, dass die Arbeit mit kleinen Kindern weniger honoriert wird als die Arbeit mit den älteren. Völlig absurd wird die Situation allerdings, wenn man sich das derzeitige Gehaltsgefüge an den Grundschulen ansieht. Lehrkräfte, die für diese Schulart speziell ausgebildet sind, erhalten die Entgeltgruppe 11 (und darunter). Gymnasiallehrer*innen, die dort eingestellt wurden ebenfalls. Die Gymnasiallehrer*innen, die an Gymnasien eingestellt und sofort an die Grundschulen abgeordnet werden, werden indes in der Entgeltgruppe 13 vergütet. Diese Schieflage setzt sich nicht nur bei späteren Renten fort, sondern auch bei der unterschiedlichen Bezahlung von Mehrarbeit. Mit motivierenden Arbeitsbedingungen hat das wenig zu tun.“

In Sachsen finden u.a. folgende Aktionen der GEW statt:

15. November

  • Übergabe von Informationsblättern vor dem Kultus- und Finanzministerium
  • Landesweite Information der Eltern/ Elternvertreter*innen

16. November

  • Information der Abgeordneten des Sächsischen Landtages
  • Übergabe von Forderungen der Beschäftigten an den Kultusminister

In den Folgetagen

  • Verschiedene regionale Initiativen, so u.a. Podiumsdiskussionen.

Begleitend dazu hat die GEW Sachsen eine Online-Befragung zur Belastungssituation der Lehrkräfte in Sachsen gestartet und ihre Mitglieder auch aufgerufen, die Online-Petition zum Thema „Sachsens Grundschullehrer verdienen die E 13“, die Anfang Oktober von betroffenen Grundschullehrerinnen gestartet wurde, zu unterstützen.

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