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GEW Sachsen fordert vorsichtigere SchritteEntrüstung über zu schnelle Öffnung ab 18. Mai

Mit Unverständnis, Wut und Angst haben Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen und Schulen die Ankündigung des Kultusministers Piwarz am vergangenen Freitag aufgenommen, diese Bildungseinrichtungen ab dem 18. Mai wieder zu öffnen. Die GEW Sachsen verurteilt die Vorgehensweise sowie die Art und Weise der Ankündigung auf das Schärfste.

13.05.2020

Uschi Kruse, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW: „Wer mit einer Vorlauffrist von einer Woche ankündigt, dass Kindertageseinrichtungen und Schulen wieder vollständig geöffnet werden, hat entweder keine Ahnung von der Situation vor Ort oder ignoriert sie mutwillig zugunsten eines Siegertreppchens beim Öffnungswettlauf. Bildungseinrichtungen müssen sich Kinder zuwenden können, Verlässlichkeit für die Eltern bieten und den Schutz aller Beteiligten sichern, vor allem auch der Beschäftigten. Wer eines davon aufgibt, sorgt dafür, dass das Gesamtsystem nicht mehr funktionieren kann.“

Wir fordern das Kultusministerium und die Träger von Kindertageseinrichtungen auf:

  • Die Öffnung von Kitas und Grundschulen müssen in vorsichtigen Schritten erfolgen, bspw. durch schrittweise Ausweitung der Notbetreuung.
  • Risikogruppen und Beschäftigte mit Risikogruppen im eigenen Haushalt sind konsequent zu schützen. 
  • Die Festlegungen für Abstände in Klassen und kleinen Gruppen in Kindertageseinrichtungen sind beizubehalten.
  • Die Ausdehnung der Betreuung und Beschulung sind abhängig von baulichen und örtlichen Gegebenheiten und von der Schülerbeförderung vorzunehmen.
  • Dem pädagogischen Personal ist genügend Zeit für Anpassungen und Umgestalten der Einrichtung und der Konzepte einzuräumen.
  • Für Träger, Kitas, Schulen sowie für Eltern und Personal ist Rechtssicherheit zu schaffen.
  • Das Personal und die Kinder sind in regelmäßigen Abständen zu testen.

Astrid Axmann, stellvertretende Landesvorsitzende und Erzieherin ergänzt: „Es verwundert schon sehr, dass der Freistaat eine andere Strategie als alle anderen Bundesländer fährt und gegen die Beschlüsse der Kinder- und Jugendministerkonferenz der Länder handelt. Dass er sich dafür Unterstützung bei einem Mediziner holt, der noch vor zwei Wochen für eine ‚Durchseuchung‘ in der Population der Kinder plädiert hat, sorgt weder bei Eltern noch bei Beschäftigten für Vertrauen.“