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Tag des Kindergartens

Kita-Beschäftigte sind überwiegend weiblich, arbeiten in Teilzeit und zunehmend prekär

Aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen zeigen, dass 90 Prozent der pädagogischen Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen weiblich sind. Erst kürzlich haben Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zudem gezeigt, dass Sachsen mit 85 Prozent bundesweit die höchste Teilzeitquote bei Kita-Beschäftigten hat.

Dazu Burkhard Naumann, Vorsitzender der Bildungsgewerkschaft GEW Sachsen:

„Die Zahlen machen deutlich: Es sind überwiegend Frauen in Teilzeit, die die sächsischen Kitas am Laufen halten. Zugleich müssen die pädagogischen Fachkräfte in Sachsen wesentlich mehr Kinder betreuen als in anderen Bundesländern. Darunter leidet ihre Gesundheit ebenso wie die individuelle Begleitung, Bildung und Erziehung des einzelnen Kindes. Die Arbeitsbedingungen an Kitas zu verbessern, wäre nicht nur gut für die Bildung der Kinder, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Gleichberechtigung.”

Angesichts der sich häufenden Meldungen über Kita-Schließungen aufgrund des Geburtenrückgangs im Freistaat fordert die GEW Sachsen ein echtes Bekenntnis der Politik zum Erhalt der Einrichtungen und zum Ausbau der Qualität in der frühkindlichen Bildung.

„Derzeit erleben wir, dass auch an den Kitas mit geringeren Anmeldezahlen weiterhin Personal fehlt, um die notwendigen Betreuungszeiten abzudecken, während gleichzeitig die Finanzierung des vorhandenen Personals wackelt. Der Rückgang der Kinderzahlen darf nicht dazu führen, dass Gruppen zusammengelegt oder Kitas geschlossen werden. Jetzt gibt es die historische Chance, die Betreuungsqualität in den Kitas durch die Verbesserung  des Personalschlüssels zu erhöhen. Dabei müssen Ausfälle durch Urlaub, Krankheit und Fortbildung vollständig berücksichtigt werden, damit die pädagogischen Fachkräfte mehr Zeit für jedes einzelne Kind haben. Hier ist die Landespolitik gefragt - und nicht erst nach der Wahl im September. Kurzfristig fordern wir ein Moratorium gegen Personalabbau in den Kommunen, das vom Land finanziert wird. Langfristig muss der Personalschlüssel im Kita-Gesetz angepasst werden. Von einer Verbesserung des Personalschlüssels profitieren Kinder und Beschäftigte ebenso wie die Kommunen, die dadurch ihre Kitas erhalten können“, so Naumann weiter.

Kontakt
Matthes Blank
Pressesprecher / Referent für Öffentlichkeitsarbeit
Adresse Nonnenstr. 58
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