GEW Sachsen
Du bist hier:

Warum Personalschlüssel runter?

Der im Sächsichen Kitagesetz festgelegte Personalschlüssel ist bundesweit einer der Schlechtesten. Er ist eine rein rechnerische Größe und theoretische Basis für die personelle Ausstattung

Der Personalschlüssel als Grundlage der Berechnung für die personelle Ausstattung beträgt zur Zeit laut SächsKitaG:

Krippe:    1 pädagogische Fachkraft für 5 Kinder
Kindergarten: 1 pädagogische Fachkraft für 12 Kinder
Hort:     1 pädagogische Fachkraft für 20 Kinder

Die Berechnung geht für Kindergärten von 9 Stunden Betreuungszeit pro Tag aus, berücksichtigt dabei nicht die meist 12-stündigen Öffnungszeiten der Einrichtungen. In Horten unterstellt der Gesetzgeber eine 6-stündige Betreuungszeit täglich.
Ein Ausgleich für Ausfallzeiten der Mitarbeiter*innen durch Weiterbildung, Urlaub und oder Krankheit ist in der gesetzlichen Formel nicht ausreichend enthalten.

Die Berechnungsformel bedeutet in der Umsetzung:

Krippe:    1 pädagogische Fachkraft für 7 bis 8 Kinder
Kindergarten: 1 pädagogische Fachkraft für 17 bis 18 Kinder
Hort:     1 pädagogische Fachkraft für 24 Kinder

Hinzu kommt, dass weitere Ausfälle, zum Beispiel durch Langzeiterkrankungen nicht unmittelbar ersetzt werden; etliche Stellen durch einen Mangel an pädagogischen Fachkräften von vorn herein nicht besetzt werden…

Die tatsächliche Betreuungssituation in den Einrichtungen hat also nichts mit der gesetzlichen Theorie gemeinsam.

Für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen hat das Folgen.
Die Qualität der pädagogischen Arbeit leidet; die Erreichung der anspruchsvollen Ziele erfordert nicht selten Mehrarbeit unserer Pädagog*innen.

Durch das Fehlen weiterer notwendiger Rahmenbedingungen (unter anderem keine Vor- und Nachbereitungszeiten) wird die aktuelle Situation verschärft.

Die Belastungen der Mitarbeiter*innen wachsen ständig, gesundheitliche Risiken steigen, höhere Ausfallzeiten verschärfen die Probleme in den Einrichtungen – eine leidige Spirale dreht sich.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert daher eine Absenkung des Personalschlüssels sowie die Berücksichtigung aller relevanter Einflüsse bei der Berechnung, um die realen Gegebenheiten zu berücksichtigen.