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Corona-KriseVergesst die Erzieher*innen nicht!

In der fünften Woche des Corona-Lockdowns häufen sich vermehrt die Stimmen, die Kindertageseinrichtungen und Horte weiter bzw. ganz zu öffnen. So nachvollziehbar die vor allem von Eltern, Medien und Wirtschaft geäußerte Forderung ist, so wichtig ist es, den Infektions- und Gesundheitsschutz der Erzieherinnen und Erzieher vollumfänglich durchzusetzen.

21.04.2020

Die pädagogischen Fachkräfte in den Krippen, Kindertagesstätten und Horten sind wie andere Berufsgruppen im engen körperlichen Kontakt mit Menschen und können dabei den gebotenen räumlichen Mindestabstand von einem Meter fünfzig so gut wie gar nicht einhalten. Hinzu kommt, dass Schutzkleidung und -masken nicht für die Betreuung, Erziehung und Bildung der Kinder in Kindertageseinrichtungen geeignet sind.

Selbst wenn die von Kindern ausgehende Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus bislang noch nicht hinreichend erforscht ist, weisen wir nachdrücklich darauf hin, dass Erzieherinnen und Erzieher auch bei anderen Infektionserkrankungen häufig die Ersten sind, die sich in den Einrichtungen anstecken.

Gerade deswegen muss besonders bei Kolleginnen und Kollegen der Risikogruppen mit äußerster Sensibilität und unter strengster Einhaltung aller Schutzmaßnahmen die direkte Arbeit mit den Kindern geprüft werden.

Wir bitten daher insbesondere alle Eltern: Seid fair und solidarisch. Die Notbetreuung ist wichtig und wird von den Kolleg*innen selbstverständlich geleistet. Doch jedes Kind, das zu Hause bleibt, reduziert das Risiko, dass pädagogische Fachkräfte an Covid-19 erkranken. Vergesst die Erzieher*innen (und deren Angehörige) nicht!