GEW Sachsen
Du bist hier:

Gesellschaft"So geht sächsisch" - wirklich?

"Sprache prägt und beeinflusst unsere Wahrnehmung von der Welt. Neben ihrer Funktion als Kommunikationsmittel spiegelt sie gleichermaßen gesellschaftliche Entwicklungsprozesse wider..."

(aus dem "Schulleiterschreiben" v. 25.08.2021)

01.09.2021 - A.S.

In einem Brief an die Schuleiterinnen und Schulleiter öffentlicher Schulen wendet sich das Kultusministerium Sachsens gegen das „Gendern“. Zwei weiße Männer ignorieren hier offenbar das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 10. Oktober 2017. Im Brief werden diverse Menschen nicht berücksichtigt. (siehe auch: Verfassungsrichter: Es gibt ein Recht auf ein drittes Geschlecht - queer.de )

Rein binäre Ansprachen, wie „Schülerinnen und Schüler“, oder geschlechtsneutrale Bezeichnungen, wie „Lehrkräfte“, „Personal“ und „Jugendliche“ sollen in Sachsens Schulalltag (wieder) Einzug halten.

Die Autoren berufen sich auf die Veröffentlichungen des Rates für deutsche Rechtschreibung und der Kultusministerkonferenz.

Die angeführten Argumente können uns nicht überzeugen:

„Die Verwendung von Sonderzeichen, wie Gender-Stern, Gender-Doppelpunkt, Gender-Unterstrich oder Doppelpunkt im Wortinneren, erfüllt weder die Kriterien für eine gendergerechte Schreibung noch entspricht sie den aktuellen Festlegungen des Amtlichen Regelwerks, welches die Grundlage für die deutsche Rechtschreibung bildet und somit auch für die Schulen gilt. Diese Zeichen sind daher im Bereich der Schule und in offiziellen Schreiben von Schulen nicht zu verwenden. Im März 2021 hat der Rat für deutsche Rechtschreibung seine Position in dieser Frage im Übrigen erneut bekräftigt...“ ( Geschlechtergerechte Schreibung: Empfehlungen vom 26.03.2021 (rechtschreibrat.com) (Link wurde angepasst, A.S.)

Wir weisen darauf hin, dass dies eine Empfehlung des SMK ist. Nicht-binäre Menschen werden „sprachlich“ ins Unsichtbare gedrängt. Das widerspricht unserer Auffassung Artikel 1 des GG. „Die Würde des Menschen ist unantastbar...“

Im Interview mit dem MDR erklärt Piwarz, dass es keine Kontrolle bzw. Sanktionierungen bei Nichtbeachtung geben solle.

Wir finden das „einfach blamabel“.

Woher Christian Piwarz am Ende des Interviews die „positive Reaktion der GEW“ bezieht (ab Min 3:30), ist uns nicht erschließbar.