GEW Sachsen
Du bist hier:

CoronaTests und Impfungen: Sind Kitas und Schulen jetzt sicher?

Mit der Ausweitung von Tests und Impfungen werden zentrale Forderungen der GEW Sachsen umgesetzt. Kitas und Schulen sind dennoch keine Wellenbrecher!

01.04.2021

Die GEW Sachsen hat die Regelungen zu Kitas und Schulen in ihrer Stellungnahme zu der seit 1. April geltenden Corona-Schutz-Verordnung scharf kritisiert. Mit der Öffnung der Einrichtungen unabhängig von Inzidenzzahlen wird nicht nur dem Gesundheitsschutz der Beschäftigten zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Auch das zunehmende Infektionsgeschehen bei (kleineren) Kindern wird weitgehend ignoriert. Für uns gilt: Bildung braucht Sicherheit!

Die vielfach geäußerte Meinung, die steigenden Inzidenzwerte würden im Bildungsbereich durch die zunehmenden Tests entstehen, ignoriert die Tatsache, dass Kinder in Kitas und Grundschulen bisher nicht in den Einrichtungen getestet werden.

Wenn die Staatsregierung ihre eigene Verordnung ernst nimmt, müssen die bisherigen Pläne zu Kitas und Schulen in der Woche nach Ostern spätestens zu dem Zeitpunkt aufgegeben oder modifiziert werden, an dem wegen der Auslastung der Bettenkapazitäten weitere einschränkende Maßnahmen in der Gesellschaft erforderlich sind.  

Bereits jetzt ist allerdings der Übergang zu Wechselunterricht in Grundschulen erforderlich, wenn die Abstände zwischen den Kindern nicht hergestellt werden können.

Testen

Tests allein ersetzen Vorsicht bei Öffnungsschritten nicht. Die GEW Sachsen begrüßt dennoch, dass sie für Kitas und Schulen nun deutlich ausgeweitet werden sollen. Zunächst war vorgesehen, dass das Betretungsverbot nur bei Vorhandensein von Tests in Kraft treten soll. Dass unserem Vorschlag diese Vorgabe zu streichen gefolgt wurde, ist wichtig. Damit wird auch klargestellt: Ohne Tests keine offenen Einrichtungen!

Impfen

Mit der Ankündigung, dass nun auch Lehrkräfte an weiterführenden Schulen ein Impfangebot erhalten sollen, wird eine wichtige Forderung der GEW umgesetzt. Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt muss dafür nun eine neue Priorisierung auf Grundlage der Bundesverordnung vornehmen. Dabei müssen aus unserer Sicht zwingend auch weitere Beschäftigtengruppen wie Schulsozialarbeiter*innen oder Assistenzkräfte Berücksichtigung finden. Die Realisierung der angekündigten Impfungen hängt natürlich vom vorhandenen Impfstoff ab. Die meisten Beschäftigten in Kindertagesstätten und Schulen sind weiblich und unter 60.  

Tests und Impfungen sorgen damit insgesamt zwar für eine deutlich höhere Sicherheit. Dennoch wird das Risiko von schweren Corona-Erkrankungen und Langzeitfolgen ignoriert, wenn die Einrichtungen um jeden Preis - also unabhängig von der Infektionslage - geöffnet werden. Schulen und Kitas sind keine Wellenbrecher und trotz aller Maßnahmen wird es weiter zu Übertragungen kommen - sei es statistisch durch die nicht immer zweifelsfreien Tests, die fehlenden Impfungen, nicht umsetzbare Schutzmaßnahmen oder den Schülerverkehr. Die Gesundheit darf nicht dem herbei geredeten Zwang zu Öffnungen geopfert werden, während in Deutschland gerade über einen harten Lockdown diskutiert wird. Steigen die Infektionszahlen weiter in dem Maße, muss dieser auch für Kitas und Schulen kommen!