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Tag der Lehre an der Universität LeipzigHochschulen chronisch unterfinanziert

Die sächsischen Hochschulen sind chronisch unterfinanziert - ein Zustand, der vor allem auf Kosten von Studium und Lehre geht. Daran kann auch ein Tag der Lehre nichts ändern. Er zeigt lediglich, dass trotz der desolaten Zustände noch Engagement bei den Lehrenden vorhanden ist. Aber so darf es nicht sein. Die Rahmenbedingungen sollten gute Lehre ermöglichen und nicht behindern. Die Realität der Lehre zeichnet sich heute aber vor allem durch katastrophale Betreuungsrelationen, schlecht bis gar nicht bezahlte Lehraufträge und Kurzzeitverträge für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Hochschulen aus. Das muss sich ändern, denn Hochschulbildung geht uns alle an!

07.11.2018

Daher rufen der Kreisverband Hochschule und Forschung Leipzig der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sachsen und die Mittelbauinitiative an der Universität Leipzig (MULE) die Hochschulleitung und die sächsische Landesregierung dazu auf, diesem Zustand aktiv, umgehend und umfassend entgegen zu treten. „Als Mittelbauinitiative fordern wir das Rektorat und die Dekanate an der Universität Leipzig dazu auf, sich mit den Vertreterinnen und Vertretern des Mittelbaus an einen Tisch zu setzen und ernsthaft über eine Reform der Personalstrukturen an der Universität zu verhandeln. Für eine qualitativ hochwertige Lehre braucht es im akademischen Mittelbau entfristete Personalstellen, deren Inhaberinnen und Inhaber sich dauerhaft und unabhängig von einzelnen Lehrstühlen der Lehre in ihrem Fachbereich widmen können," sagt Thomas Riemer, Sprecher der MULE. „Von der Landesregierung erwarten wir, dass sie die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen so gestaltet, dass die Hochschulen ermutigt werden adäquate Personalstrukturen zu entwickeln und mit einer nachhaltigen Personalplanung zu beginnen. Allerdings darf sich auch die Bundesregierung nicht länger aus der Verantwortung stehlen und muss endlich in die Grundfinanzierung der Hochschulen einsteigen. Für die Qualität von Studium und Lehre, auch an der Universität Leipzig, wäre dies ein erster wichtiger Schritt. Die Forderung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), bei der Verstetigung des 2020 auslaufenden Hochschulpaktes eine dynamische Finanzierungskomponente einzuführen, um Preis- und Tarifentwicklungen abzusichern sowie auch bei steigenden Studierendenzahlen die Betreuungsrelation zukünftig verbessern zu können, wird von der GEW daher  unterstützt", ergänzt Benjamin Engbrocks, Sprecher des GEW-Kreisverbandes Hochschule und Forschung Leipzig.

Gute Lehre hat ihren Preis. Dauerstellen für Daueraufgaben!

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