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Zur Befragung der Frauenbeauftragten aller Schularten in SachsenGleichstellung – Das erste Treffen

Um in Erfahrung zu bringen, was diejenigen bewegt, die sich an der Basis mit dem Thema Gleich­stellung beschäftigen, führte ich im Oktober 2019 eine Befragung der Frauenbeauftragten aller Schularten in Sachsen zu ihrer Tätigkeit durch – und es gab viele Rückmeldungen. Hier das Ergebnis:

 

01.01.2020 - Alexandra Hanke, AG Gleichstellung - (E&W Sachsen Ausgabe 01/2020)

Zunächst wurde von vielen festgestellt, dass ich mit dieser Befragung die Erste sei, die Interesse an ihrer Tätigkeit zeigen würde. Die meisten sagten, dass dieses Amt in der Schulpraxis keine bzw. wenig Beachtung finden würde, d. h. die Frauenbeauftragte wird bei Problemen und Fragen auch von Seiten der Kolleginnen nicht aufgesucht, da der ÖPR diese Arbeit mit erfüllen würde. Nur wenige Befragten geben an, dass die Zusammenarbeit zwischen ÖPR und Schulleitung nicht funktioniere. Einige sind sich unsicher darüber, was dieses Amt überhaupt beinhalte, welche Rechte und Aufgaben sie hätten. Frustration herrscht darüber, dass man nur wenig bewirken könne.

Auch wenn die Frauenbeauftragten nur selten aufgesucht werden, wurden doch einige Themenfelder benannt, die wichtig für ihre Tätigkeit sind: Informationen zur Teilzeit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Beachtung bei der Stundenplanplanung), Entlastung älterer Kolleginnen, Rente, Mitspracherecht und die Umbenennung der Frauen- zur Gleichstellungsbeauftragten.
Gewünscht sind Fortbildungen und Materialien zu gesetzlichen Grundlagen und zu den eben angeführten Themen. Aber auch eine Vernetzung würden viele als hilfreich empfinden.
Diese Ergebnisse waren unter anderem die Grundlage für das erste Treffen der AG Gleichstellung, welches Ende November in Leipzig stattfand. Vier engagierte Frauen trafen sich, um den Auftakt der Arbeit zu dieser Thematik innerhalb der GEW zu bilden. Auch wenn wir nur wenige waren, war doch klar, dass wir uns vorstellen können, miteinander zu arbeiten, auch wenn es eine lange Diskussion darüber gab, da eine Teilnehmerin nicht gewerkschaftlich gebunden ist und eine andere einem anderen Verband angehört.

Wir haben uns zunächst ein erreichbares Arbeitsziel gesetzt: Wir wollen einen Flyer gestalten zum Thema „Rechte und Pflichten der Frauenbeauftragten“ und diesen auch auf der GEW-Homepage veröffentlichen. Dieser soll bis zu den Winterferien 2020 erstellt sein.

Ich habe mich über die lebhafte Diskussion während dieses Treffens gefreut, aber bin auch ein wenig ins Nachdenken gekommen: Wie wichtig ist das Thema Gleichstellung in der GEW? Warum werden Frauenbeauftragte nicht wahrgenommen? Dass die Gleichstellung von Mann und Frau in unserer Gesellschaft noch nicht verwirklicht ist, zeigt sich unter anderem an der noch immer unterschiedlichen Bezahlung (gender-pay-gap) und an der Nicht-Vereinbarkeit von Kindererziehung und Beruf.

Eine Veränderung der genannten Missstände wünschen sich sicherlich viele. Diesem Ziel können wir uns effektiver nähern, wenn wir auf dem Weg dorthin mehr als nur vier Frauen sind – ich freue mich darauf, Euch in dieser AG zu begrüßen.

Alexandra Hanke, AG Gleichstellung