GEW Sachsen
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Durchsetzung von TarifverträgenGemeinsam zum Ziel

An dieser Stelle möchte sich die Kita „Spatzennest“ Obergurig zu Wort melden. Wir wollen mit dem Artikel anderen Einrichtungen und Kollegen Mut machen, Missstände aufzudecken, durchzuhalten und zeigen, dass man durch Zusammenhalt und tatkräftige Unterstützung der GEW sehr viel erreichen kann. Doch nun zum Anfang.

02.05.2019 - Die Erzieherinnen der Kita „Spatzennest“ Obergurig (erschienen in der E&W Sachsen, Ausgabe 04 / 2019)

Der Träger unserer Kita ist die Gemeinde. Für die Berechnung der Gehälter gilt ein sogenannter „Haustarif“, der sich an den TVöD anlehnt. Wobei alle Mitarbeiter nach der VKA-Tabelle bezahlt werden. Seit vielen Jahren haben wir darauf hingewiesen, dass Erzieher nach TVöD-SuE vergütet werden müssten. Von Seiten der Gemeinde wurde dies permanent ignoriert. Vor der letzten Gehaltsanpassung 2018 formulierten wir unser Anliegen deshalb schriftlich. 

Als erneut keine Reaktion kam, wandten wir uns mit unseren Sorgen an die GEW. Sofort waren Frau Sabine Gerold vom Referat „Tarif- und Beamtenpolitik“ und Herr Matthes Blank, der Gewerkschaftssekretär des Bezirksverbands Dresden, zur Stelle und informierten uns über Möglichkeiten, die wir zusammen mit der GEW hätten, um das Problem anzugehen. 

Fast alle Kollegen waren überzeugt, dass wir es nur durch Mitwirkung der Gewerkschaft schaffen könnten und wurden am nächsten Tag Mitglieder. Die GEW nahm ihre Arbeit unverzüglich auf, verfasste Schreiben, nahm Verhandlungen auf und hielt zu uns über den gesamten Zeitraum einen engen persönlichen Kontakt. So konnten wir erreichen, dass nach 3 Monaten eine Zwischenlösung gefunden wurde, die Anhebung von E6 VKA in die E8. Ab dem folgenden Jahr sollten die Erzieherinnen dann die korrekte Bezahlung in der Eingruppierung TVöD-SuE S 8a erhalten, was auch realisiert wurde.

Daraufhin tat sich jedoch ein neues Problem auf. Uns sollte plötzlich ein Trägerwechsel bevorstehen. Doch auch dieses Mal wehrten wir uns u.a. mit einem offenen Brief an den Bürgermeister, den Gemeinderat, die Sächsischen Zeitung, den Landrat und unseren Ministerpräsidenten. Auch unser Elternrat zog alle Register, so dass wir die Abgabe erst einmal verhindern konnten.

Es war für uns alle ein bewegtes, anstrengendes aber auch zufriedenstellendes Jahr. Wir haben gelernt, dass man durch Zusammenhalt, Ausdauer und Mut etwas bewegen kann. Allerdings hätten wir die Ergebnisse ohne die GEW niemals erreichen können.

Ein besonderer Dank gilt Frau Gerold und Herrn Blank für Ihre kompetente und nachhaltige Unterstützung.

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