GEW Sachsen
Du bist hier:

SchuleFünf Jahre Appell „Schulen in Not“

Im Frühjahr 2016 wandte sich die GEW Sachsen mit einem Appell an Politik und Öffentlichkeit. Anlass war der zunehmende Mangel an Lehrerinnen und Lehrern, der vom Kultusministerium geleugnet und verbrämt wurde.

01.06.2021 - Uschi Kruse, Landesvorsitzende - (E&W Sachsen – Ausgabe 06 / 2021)

Der Appell fand nicht nur in den Kollegien breite Unterstützung, sondern auch bei Eltern, Schüler*innen sowie bei Politiker*innen auf der Ebene des Landes und der Kommunen. Einige unserer damaligen Forderungen sind durch unsere diversen Initiativen inzwischen vollständig oder teilweise erfüllt. Manches ist allerdings offengeblieben und fordert unsere weiteren Kraftanstrengungen. 

Eine Bilanz in Stichworten:

Unsere Forderung        Stand
stärkere Anerkennung und Motivation langjährig
tätiger Lehrkräfte  
+     um Lehrer*innen im Schuldienst zu halten, gibt es eine Bindungszulage
+     die Altersermäßigung konnte erhalten werden
+     tarifbeschäftigte Lehrkräfte erhalten eine Amtszulage

     Wertschätzung fehlt nicht nur mit Blick auf den Nettolohnausgleich
     alternsgerechte Arbeitsbedingungen sind nicht geregelt
Schaffung von Einkommensbedingungen, die geeignet sind, junge, gut ausgebildete Lehrkräfte in unserem Land zu halten und aus anderen Bundesländern für den Schuldienst in Sachsen zu gewinnen +     die Nachteile gegenüber anderen Bundesländern wurden abgebaut, in einigen Schularten ist die Besoldung/ Vergütung inzwischen besser
Abbau der Gehaltsunterschiede zwischen den Schularten

Unterstützung von Lehrer*innen, die ihren Dienst in einer anderen als der ausgebildeten Schulart beginnen
+     bei Einsatz in einer anderen Schulart entsteht kein Einkommensverlust mehr

     Einarbeitungszeit und Fortbildung fehlen weitgehend
Zusicherung des Vorbereitungsdienstes für alle Absolvent*innen der Lehramtsstudiengänge +     durch Entscheidungen des Landtages sind im Haushalt jetzt ausreichend Stellen für den Vorbereitungsdienst ausgewiesen
Einstellung und angemessene Vergütung von Akademiker*innen, die für den Lehrerberuf
geeignet sind

Vermittlung von erziehungswissenschaftlichem und didaktischem Wissen und Können vor dem Einsatz im Unterricht, in einem berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst
+     Seiteneinsteiger*innen unterstützen die Schulen, wenn die Einstellung von grundständig ausgebildeten Lehrkräften nicht möglich ist

+     dreimonatige Einstiegsqualifizierung ist Selbstverständlichkeit geworden

     die weitere Qualifizierung ist in einer Verordnung geregelt, findet jedoch neben dem Einsatz im Unterricht statt
gezielte Gewinnung von arbeitslosen oder von Arbeits­losigkeit bedrohten und für den Lehrerberuf qualifizierten jungen Akademikern aus EU-Ländern   +     einige Lehrkräfte aus Tschechien und Polen sind nun im Schuldienst tätig 
Unterstützung berufserfahrener geflüchteter Lehr­kräfte durch Integration und geeignete Qualifizierungsprogramme   +     einige geflüchtete Lehrkräfte sind nun im Schuldienst tätig
+     der Weg in den Seiteneinstieg wurde geöffnet

     Anerkennungsverfahren sind kompliziert, nicht wertschätzend und dauern zu lange
verlässliche Unterstützung der Schulen durch Bereitstellung von sozialpädagogischen Fachkräften Schulsozialarbeiter*innen und Schulpsychologen, die Zusammenarbeit vor Ort dauerhaft angelegt werden kann +     Schulsozialarbeit wurde im Schulgesetz verankert
+     im Haushaltsplan sind Stellen anwachsend ausgewiesen
+     Assistenzprogramme zur Unterstützung der Schulen sind haushalterisch abgesichert und wachsen an