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U18-Wahl 2019Der kleine Unterschied - Wie haben Sachsens Jugendliche gewählt?

Als Initiative politischer Bildung soll U18 Platz dafür bieten, dass Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sich selbstbestimmt und selbstbewusst politisch ausdrücken. Es soll kein Wissen abgefragt werden. Vielmehr ist die Zeit vor Wahlen spannend, die eigene Meinung, Zukunftsvisionen und die eigenen Fragen zu entdecken – und damit eine eigene Wahl zu organisieren!

01.10.2019 - (E&W Sachsen Ausgabe 10 / 2019)

U18-Wahlen finden immer neun Tage vor einem offiziellen Wahltermin statt. Sie sollen in Vorbereitung auf die Wahlen Anlass für selbstorganisierte politische Bildung bieten. Unterstützt wurde die U18-Wahl in Sachsen durch den Kinder- und Jugendring Sachsen e. V. Rund 12.000 Kinder und Jugendliche stimmten in Sachsen ab.

Dass Bündnis 90/Grüne im Vergleich zum offiziellen Landtagswahlergebnis bei den jungen Leuten deutlich besser abgeschnitten haben, ist angesichts der derzeitigen öffentlichen Debatte wohl kaum verwunderlich.

Die AfD liegt bei U18 vor der CDU. Das verwundert nicht, wenn man in Betracht zieht, dass die CDU nun wirklich keine junge Partei ist und die Junge Union eher rechtskonservativ aufgestellt ist. Es macht aber besorgt, wenn man bedenkt, dass sich an rechtsradikalen Aufmärschen etc. auffallend viele junge Leute beteiligen. Soziologen gehen außerdem davon aus, dass die jungen Leute vor allem dort AfD gewählt haben, wo diese Partei in den Elternhäusern und im gesellschaftlichen Umfeld fest verankert ist, so z. B. in Ostsachsen.

Die Tierschutzpartei fällt bei der Wahl der „Erwachsenen“ kaum ins Gewicht, bei den Jüngeren schafft sie immerhin mehr als acht Prozent, was aber wohl nicht weiter verwunderlich ist, angesichts des suggerierten Kuschelfaktors …

Auch Die PARTEI hat bei den jungen Leuten gepunktet, sie hatte aber auch die mit Abstand phantasievollsten und witzigsten Wahlplakate ins Rennen geschickt. Überraschend war, dass bei SPD, die LINKE und FDP die Ergebnisse um nicht einmal ein Prozent voneinander abwichen.

Insgesamt haben die U18-Wähler*innen den grundsätzlichen Trend bestätigt – mit Ausnahme bei den Grünen. Das die AfD zweitstärkste Kraft – auch bei den jungen Wähler*innen geworden ist, sollte alle so genannten „etablierten Parteien“ zum Nachdenken bewegen.

Alles in allem ist die U18-Wahl aber ein wichtiger Beitrag zur politischen Bildung und Demokratieerziehung. Vielleicht gibt es Wege, noch mehr Kinder und Jugendliche dafür zu sensibilisieren.