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Soziale ArbeitClick Critique überreicht Ministerin Köpping Forderungen zur Sozialen Arbeit

Um auf die Rolle der Sozialen Arbeit und die unzulänglichen Arbeits- und Einkommensbedingungen der dort Beschäftigten aufmerksam zu machen, überreichten heute Mitglieder der Dresdner Initiative „Click Critique“ und der GEW Sozialministerin Petra Köpping ihre Forderungen.

17.06.2020

Die ursprünglich am diesjährigen Internationalen Tag der Sozialen Arbeit, dem 17. März, geplante und coronabedingt kurzfristig abgesagte Aktion fand im Sächsischen Landtag statt.

Uschi Kruse, Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft: „Gerade in den letzten Wochen und Monaten haben wir erlebt, wie wichtig die Soziale Arbeit insbesondere für Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen ist. Doch für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter wird noch nicht einmal symbolisch geklatscht. Dass die Gesellschaft Hilfe bei der Lösung ihrer größten Probleme von diesen Kolleginnen und Kollegen erwartet und gleichzeitig die dafür notwendigen Rahmenbedingungen und angemessene Arbeitsbedingungen verweigert, ist absolut inakzeptabel. Bildungsbenachteiligungen zu thematisieren reicht nicht aus. Glaubwürdiges politisches Handeln erfordert, sie konsequent zu bekämpfen und der Sozialen Arbeit dabei einen angemessenen Stellenwert einzuräumen.“ 

Auch wenn die Anforderungen und Gegebenheiten in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen vielfältig sind, lassen sich dennoch klare Missstände ausmachen.

Zu den überreichten Forderungen zählen:

  • Eine sichere Finanzierung der Sozialen Arbeit sowie ihre bessere Anerkennung durch Politik, Verwaltung und Entscheidungsträger*innen.
  • Eine Personalabdeckung, die eine qualitativ hochwertige Arbeit ermöglicht, um den Herausforderungen in der Arbeit mit individuellen Zielgruppen gerecht zu werden.
  • Eine arbeitsfähige Ausstattung von Büros und Geschäftsstellen mit Personal und Bürotechnik.
  • Langfristig verlässliche Arbeitsverhältnisse.
  • Eine Bezahlung nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, die für Akademiker*innen, entsprechend Aus- und Fortbildung, angemessen ist und Entwicklungsmöglichkeiten bietet.
  • Eine volle Bezahlung aller Arbeitszeiten – auch von Überstunden, Vor- und Nachbereitungszeiten – sowie die Einhaltung von Pausen
  • Eine Aufstockung der Ausbildungskapazitäten.
  • Eine regelmäßige und ausreichende Supervision und regelmäßige Weiterbildungen.

Beschäftigte aus den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern wurden zu Beginn dieses Jahres darum gebeten, ihre Arbeitsbedingungen sowie die aus ihrer Sicht notwendigen Verbesserungen zu schildern. Diese gesammelten Beschreibungen wurden als „Rolle der Sozialen Arbeit“ ebenfalls der Staatsministerin überreicht – verbunden mit der Erwartung, sich für eine Abschaffung der oftmals prekären und ungerechten Arbeits- und Einkommensbedingungen einzusetzen.

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