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Gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und UnterdrückungBlack is beautiful, any color you like oder alle Menschen sind gleich

Es ist eine alte hässliche Geschichte, die die Menschheit leider schon so lange bewegt: Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Unterdrückung. Begonnen hatte sie sicher nicht erst mit dem brutalen Kolonialismus, jedoch fand sie hier wohl einen weiteren traurigen Tiefpunkt.

01.09.2020 - Andreas Kanter, Leipzig - (E&W Sachsen Ausgabe 09/2020)

Um sich als Mensch besser fühlen zu können, um die Freiheit anderer Menschen unterdrücken zu können, wurden verschiedene Demagogien zur Erklärung und Abgrenzung benutzt.
Dabei wurden schwarze und anders farbige Menschen zu angeblich weniger werten Wesen erklärt. Mit  ihnen konnten die Kolonialisten – die sehr rüde mit ihnen umgingen – sehr viel Profit machen.
Sie erklärten Menschen anderer Hautfarben und Ethnien – bei Ihren Menschen- und Landraubzügen – einfach zu ihrem Eigentum und Besitz, knechteten sie und verkauften sie wie Vieh am Markte.

Es ist vielleicht wahr, dass es wohl schon immer Konflikte zwischen Menschen unterschiedlicher Stämme, Überzeugungen und Ethnien gab. Diese Idee bildet jedoch keinen Ansatz, dass es die natürliche Daseinsweise des Menschen wäre, Mitmenschen Rechte abzusprechen, die sie jedoch für sich selbst in Anspruch nehmen.

Warum lassen sich aber immer wieder Gruppen von Menschen zu so einer Haltung hinreißen? Wir wissen Habgier und Neid „ermutigt“ zu so mancherlei abstrusen Ideen, immer mehr nur für sich selbst zu tun und andere Menschen für die Sicherung des eigenen Wohls zu instrumentalisieren und zu Missetaten anzustiften.
Die rücksichtslose gewinnbringende Ausbeutung ist nahezu immer die perspektivische Absicht. Es ist gewissenlos und niederträchtig, so zu agieren.

Menschen in Gruppen wie Stände und Kasten zu gliedern – separieren – aufzuteilen, das ist das Mittel zum Zwecke der Elitenbildung und Abschottung. Damit beherrschen Habende weniger Habende, die Besitzer die Besitzlosen. Es geht um die Verteilung von Ressourcen.
Die Aneignung und Verteilung kann nur im fairen Austausch geschehen. Was nun genau fair ist, darüber müssen wir wohl alle noch ein wenig nachdenken. Jedoch ist trotzdem eines klar:
Gewalt ist eine ganz schlechte Lösung. Deshalb sind rassistische Gesetze, Denkweisen und gewalttätige Ausbrüche gegenüber Minderheiten und Andersheiten ganz entschieden abzulehnen.

Dass sich unterdrückte Menschen dieses eklatante Unrecht nicht ewig gefallen lassen – ist selbstverständlich und so erklären sich auch Gegenkräfte, Aufstand und ebenfalls eruptive Gewalt, um sich von dem Unrecht, der Unfreiheit und Unterdrückung, welche lange erduldet werden musste, zu befreien. Umso bewunderungswürdiger ist es, dass Persönlichkeiten wie Martin Luther King und andere Schwestern und Brüder im Geiste, zu ihrer Zeit die Mitmenschen zu Gewaltlosigkeit im Kampf um Gleichberechtigung und Freiheit aufgerufen haben.

Wir sind alle Wesen von einem „Stamm“. Gewalt und Unterdrückung geht grundsätzlich überhaupt nicht, weil es unmenschlich ist. Wir sollen uns miteinander und der Welt aussöhnen. Und es heißt an beredeter Stelle: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“
Black is beautiful – I like all colors!
Oder sage ich es mit den Worten von Herman van Veen: „Ich hab‘ ein zärtliches Gefühl, für jede Frau, für jeden Mann, für jeden Menschen, wenn er nur vollkommen wehrlos lieben kann.“

Andreas Kanter
Leipzig