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Besuch von Ministerin Kurth

Am 17. Januar 2017 war die Kultusministerin Frau Brunhild Kurth in Begleitung zweier Abteilungsleiter zu Gast beim Arbeitskreis Oberschulen im GEW Bezirksbüro Dresden.

17.01.2017

 

Die Mitglieder des LAK hatten Frau Kurth wunschgemäß vorher ihre Fragen zur Verfügung gestellt.

Frau Kurth war sehr aufgeschlossen, würdigte zunächst die Leistungen der Lehrer an den Oberschulen und brachte zum Ausdruck, dass Ihr bewusst sei, dass unsere Schulart neben der Grundschule und Förderschule die größten Belastungen im System zu tragen hat.
Unsere ersten Fragen bezogen sich auf das Maßnahmenpaket, der Freude über die EG 13 bei jungen Kolleg*innen, der EG 12 für Seiteneinsteiger. Es gibt aber auch Unmut, zu Recht empfunden als Ungerechtigkeit bei den Kolleg*innen mit einer Ausbildung für die Grundschule, die seit Jahrzehnten alle Aufgaben an der Oberschule zu vollster Zufriedenheit bewältigen. Sie war sich bewusst, dass das als ungerecht empfunden wird, begründete die Eingruppierung mit den beamtenrechtlichen Vorschriften und dem TV EntgO-L – das Papier, das man besitzt zählt, nicht die Leistung. Auch eine sachseneigene Lösung wäre nicht möglich, weil man dafür die Zustimmung der TdL brauche.
Sie appellierte an die Lehrer, sich um unseren Nachwuchs im Lehrerzimmer intensiv zu kümmern, mehr als eine Mentorenstunde pro Fach könne es aber nicht geben, weil sonst der Bedarf an Lehrern noch größer würde. Sie selbst würde für die Werbung um junge Lehrer gern verbeamten, akzeptiert aber, dass das in Sachsen nicht gewollt ist.
Größte Sorge bereitet ihr, dass junge Kolleg*innen nicht bereit sind, in der ländlichen Region zu arbeiten, sondern die Städte Leipzig und Dresden ganz oben auf der Wunschliste stehen. Andernfalls würde man in ein anderes Bundesland gehen. Hier bat sie auch um unsere Unterstützung bei Gesprächen mit unseren zukünftigen Kolleg*innen während der Ausbildung.

Ein wichtiger Punkt war die Betreuung der Seiteneinsteiger, wenn diese an einer Schule arbeiten, an der kein ausgebildeter Kolleg*in ist. Darüber zeigte sie sich sehr verwundert, weil das aus ihrer Sicht nicht möglich ist. Dieses Problem hat sie zur Klärung mitgenommen.
Kurz angesprochen wurde der Schulgesetzentwurf, die gewünschte Klassenleiterstunde und das Thema Inklusion.

Wir haben uns getrennt, mit dem Versprechen, dass eine kleine Gruppe noch einmal einen Gesprächstermin im Kultusministerium erhält, um die noch offenen Fragen zu besprechen. Weit oben stehen dabei für uns die Fragen zur Gesundheitssituation unserer Kolleg*innen.

Wir danken Frau Kurth und würden uns freuen, eine solche Runde irgendwann erneut vereinbaren zu können.

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