GEW Sachsen
Du bist hier:

SchuleAlso doch: Attest für Risikogruppen an Schulen

Nach dem öffentlichen Druck lenkt das Kultusministerium nun ein Stück ein: Beschäftigte an Schulen, die aufgrund von Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehören, sollen nicht für Präsenzunterricht eingesetzt werden. Wir begrüßen das, halten jedoch daran fest, dass alle Risikogruppen zu schützen sind!

14.05.2020

Noch am Dienstag wurde in einer Dienstanweisung an alle Schulleitungen verkündet, dass Beschäftigte, die zur Risikogruppe gehören, künftig an Schulen regulär zum Präsenzunterricht eingesetzt werden (wir berichteten). Daraufhin hagelte es Protest und auch bei unserer gestrigen Pressekonferenz spielte das Thema Schutz von Risikogruppen sowohl im Schul-, als auch im Kita-Bereich eine große Rolle. Im Gespräch mit der GEW Sachsen erklärte Kultusminister Christian Piwarz gestern nun, dass zumindest Beschäftigte, die aufgrund von Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehören, nicht im Präsenzunterricht eingesetzt werden sollen. Auch im Interview mit der Leipziger Volkszeitung, das gestern Abend veröffentlicht wurde, wird er zitiert:

„Wenn Lehrerinnen und Lehrer über Vorerkrankungen verfügen und es ein medizinisches Risiko gibt, dann wird es mit einem entsprechenden ärztlichen Attest auch möglich sein, sich vom Präsenzunterricht befreien zu lassen. Die Kollegen könnten dann zum Beispiel in der Betreuung der häuslichen Lernzeit eingesetzt werden, wo sie keinen unmittelbaren Kontakt mit den Schülern haben.” (Kultusminister Christian Piwarz, Quelle: lvz.de)

Wir begrüßen diesen Schritt ausdrücklich! Wir gehen davon aus, dass alle Schulen in Sachsen nun entsprechend angewiesen werden. Allerdings ist dies nur ein kleiner Schritt, denn noch immer soll der „eingeschränkte Regelbetrieb” mit Beschäftigten, die aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe gehören, durchgeführt werden. Außerdem müssen Risikogruppen auch an Kitas geschützt werden, denn bisher gibt es nur bei wenigen kommunalen und Freien Trägern entsprechende Regelungen. Dazu haben wir uns bereits in der vergangenen Woche an den Sächsischen Städte- und Gemeindetag gewandt.

Die GEW Sachsen hält daher weiter an der Forderung fest, ALLE Beschäftigten, die zur Risikogruppe gehören sowie Personen mit Risikogruppen im eigenen Haushalt, zu schützen.

Zurück