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Pressemitteilumng 07/2007 |
vom 4. April 2007
Studieren mit Schulden ? – Nicht mit uns Herr Milbradt
In seiner konstituierenden Sitzung am 31. März 2007 setzte sich der neugewählte Landesaus-schuss der Studentinnen und Studenten (LASS) der GEW Sachsen mit den hochschulpolitischen Vorstellungen des sächsischen Ministerpräsidenten auseinander. Auf Kritik stieß insbesondere seine auf dem hochschulpolitischen Forum der Landtagsfraktion der CDU geäußerte Meinung, dass es für Studenten hinnehmbar sei, wenn sie bei einem Studium von zehn Semestern 5000 Euro aufbrächten. Sie hätten ja 30 bis 35 Jahre Zeit, die Schulden zurückzuzahlen. Das kann und will der LASS nicht hinnehmen.
„Wir wollen uns auf unser Studium konzentrieren und nicht gezwungen sein, durch studienfremde Jobs, etwa in der Pommesbude nebenan, die Studien- und Lebenshaltungskosten zu verdienen. Studiengebühren lehnen wir in jeder Form ab. Wir fordern eine bedarfsdeckende, elternunabhän-gige Förderung“, so Gundula Pretzsch, neu gewählte Sprecherin des LASS. „Bildung ist keine Ware“ waren sich die Mitglieder des LASS einig.
Die Behauptung, um das finanzielle Potenzial der Studenten zu erkennen, müsse man nur die In-vestitionen auf dem Parkplatz der Universitäten anschauen, wurde mit Empörung zurückgewiesen. Der Ministerpräsident scheint die Realität nicht zu kennen, weiß nicht oder will nicht wissen, dass schon jetzt fast jeder zweite Student einem Nebenjob nachgehen muss.
„Das ist einem wissenschaftlichen Studium nicht angemessen“, so Holger Stengel, stellv. Spre-cher des LASS. Der Ministerpräsident geht seit Jahren davon aus, dass Bildungseinrichtungen ausschließlich gewinnorientierte Wirtschaftsunternehmen seien und Studenten für den Ertrag ihrer Dienstleistungen marktabhängige Preise zu entrichten hätten. Dieses ist zum einen volkswirtschaftlich zerstörerisch, da nur die Höchstqualifizierung aller studierfähigen BürgerInnen das Ziel einer zukunftorientierten Politik sein kann. Zum anderen ist es nach dem Grundsatz der Chancengleichheit im Grundgesetz klar verfassungswidrig. Prof. Milbradt betrachtet die Hochschullandschaft aus der Sicht eines etablierten Großverdieners, der wie ein schlechter Unter-nehmer allein auf schnellen Tagesgewinn aus ist. „Als Ministerpräsident muss er jedoch das Wohl des gesamten Volkes zum Ziel haben, sonst ist er seines Amtes unwürdig“, führte Student Bolko Fietz bei der LASS-Sitzung aus. „Wir fordern ein gebührenfreies Studium sowie einen freien Zugang zur Bildung, wie es im Grundgesetz, Artikel 5 Abs. verankert ist“, waren sich die Teil-nehmerInnen einig.
Des Weiteren fordert der LASS ein Sächsisches Hochschulgesetz, das verhindert, dass sich der Staat aus seiner Verantwortung für die Hochschulen zurückziehen kann. Statt Abbau fordert der LASS mehr Demokratie an den Hochschulen Sachsens, damit diese ihrer wachsenden gesell-schaftlichen Verantwortung gerecht werden können.„Einen Kahlschlag der Mitbestimmungsgre-mien, auch der studentischen, werden wir nicht zulassen“, formulierte Pretzsch abschließend.
Georg Milbradt hat, wie auch die Koalitionspartner, im Koalitionsvertrag die dringend notwendige Novellierung des Sächsischen Hochschulgesetzes garantiert. Jetzt stellt er sich wie ein trotziges Kind gegen seine gegebene Unterschrift und erklärt, dass es ohne Studiengebühren kein neues Hochschulgesetz geben werde. Damit vergisst seine Verantwortung über diesem CDU-Dogma.
Nachfragen möglich unter 0162 – 1714822 (Gundula Pretzsch) |
| letzte Aktualisierung: 10.04.2007 11:19 Uhr |
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