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Gleiches Geld für gleiche Arbeit!

01.08.2017

GEW fordert bessere Vergütung für Lehrer*innen an Grundschulen!

Gespräch mit Finanzminister, Prof. Dr. Unland, und Schreiben an Kultusministerin Kurth

Am 6.7. forderte die GEW Sachsen in einem Gespräch mit Finanzminister, Prof. Dr. Unland, die Entgeltgruppe 13 auch für Lehrkräfte an Grundschulen. Ein entsprechendes Schreiben ging anschließend auch der Kultusministerin zu.

Aktueller Anlass war die Ankündigung des SMK, Gymnasiallehrer*innen an Gymnasien einzustellen und gleichzeitig an Grundschulen abzuordnen, um so die Vergütung in der Entgeltgruppe 13 gewähren zu können. 

Die derzeitige Eingruppierung an dieser Schulart (in der Regel E 11), liegt unter der an allen anderen Schularten. Damit ist die Bezahlung von Lehrkräften an Grundschulen längst nicht mehr gerecht. 

Die Entscheidung des Kultusministeriums hat mehrere Folgen: 

  • die bereits bestehende Gerechtigkeitslücke wird größer und der berechtigte Unmut an den Grundschulen wird - auch bei dort bereits tätigen Gymnasiallehrer*innen - steigen, 
  • an Gymnasien werden die Möglichkeiten, Krankenvertretung und Förderangebote zu realisieren, deutlich geringer, weil die dafür benötigten Stellen umgelenkt werden.

Die GEW begrüßt, dass Gymnasiallehrer*innen gewonnen werden, an Grundschulen zu arbeiten und spricht sich dafür aus, dass die neuen Kolleg*innen in die Entgeltgruppe 13 eingruppiert werden. 

Die GEW ist aber gleichzeitig der festen Überzeugung, dass diese Bezahlung auch die Lehrkräfte erhalten müssen, die für die Grundschule ausgebildet sind! 

Im Gespräch mit dem SMF, das ursprünglich zur Lösung anderer Probleme vereinbart worden war, wurden außerdem folgende Themen besprochen: 

  • die Streichung der „Eingangsämter“ für Lehrkräfte mit einschlägigen DDR- Abschlüssen, 
  • die bessere Eingruppierung von Ein-Fach-Diplomlehrer*innen, 
  • die tarifliche Berücksichtigung von „Nach-Wende-Qualifikationen“,
  • die Eingruppierung von Fachberater*innen mit Lehrerausbildung für eine andere Schulart,
  • die Eingruppierung als „Lehrer“ oder als „Fachlehrer“,
  • die zeitweilige Übertragung einer höherwertigen Tätigkeit. 

Die GEW wird nach Beginn des Schuljahres beraten, mit welchen Aktionen sie der Forderung nach E13 für Grundschullehrer*innen erneut Nachdruck verleiht. 

Dem SMF wurden von der GEW verschiedene Vorschläge zur Behebung der o.g. Ungerechtigkeiten unterbreitet. Bei der Eingruppierung von Fachberater*innen mit Lehrerausbildung für eine andere Schulart zeichnet sich eine Lösung ab. Das SMF sicherte auch zu, die Streichung der „Eingangsämter“ für Lehrkräfte mit einschlägigen DDR-Abschlüssen zu prüfen. Lösungswege für die anderen o.g. Probleme sah das SMF nicht. Diese wird die GEW nach Beginn der Unterrichtszeit diskutieren. 

Hintergrund:
Um Gymnasiallehrer*innen an Grundschulen höher zu vergüten, wendet das SMK einen Trick an: Die jungen Lehrkräfte werden an einem Gymnasium eingestellt und sofort für drei Jahre an eine Grundschule abgeordnet. Damit wird der Anspruch auf „Haushaltswahrheit und Haushaltsklarheit", den die Ministerin am Anfang ihrer Amtszeit proklamiert hatte, erneut aufgegeben.

Uschi Kruse, Landesvorsitzende der GEW, stellt dazu fest:
„Selbstverständlich sollten Gymnasiallehrer*innen gewonnen werden, an Grundschulen zu arbeiten. Sie sollten auch mit der Entgeltgruppe 13 bezahlt werden. Dass diese Bezahlung aber für die Lehrkräfte ausgeschlossen bleiben soll, die für diese Schulart ausgebildet sind, ist weder zu verstehen noch hinnehmbar. Grundschullehrer*innen legen die wesentlichen Grundlagen für den weiteren schulischen Weg. Diese wichtige Arbeit ist nicht weniger wert als die Arbeit in anderen Schularten. Bei gleicher Arbeit an der Grundschule wird Berufserfahrung und langjähriges Engagement nicht gewürdigt. Und selbst bei Berufsanfängerinnen würde der Einkommensunterschied zwischen einer neu eingestellten Grundschullehrerin und einem neu eingestellten Gymnasiallehrer monatlich ca. 450 Euro betragen. Das können wir nicht hinnehmen."

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